Biographie Dr. Herbert Mohr-Mayer

Dr. Herbert Mohr-Mayer, von 1965 bis 2003 Inhaber und Geschäftsführer der Schmuckmanufaktur Victor Mayer, Pforzheim, wurde am 22. September 2008 fünfundsiebzig Jahre alt. Er wurde als Sohn des Schmuck-Fabrikanten Edmund Mohr und dessen Ehefrau Maria, geb. Mayer 1933 in Pforzheim geboren.

Schon als Sextaner musste er in der Bombennacht des 23. Februars 1945 die Grausamkeit des Krieges am eigenen Leibe verspüren. Nicht nur seine Schule wurde zerstört, sondern die ganze Stadt wurde Opfer der Flammen. Zwei Drittel aller Klassenkameraden und mit Ihnen ca. 20.000 Bürger der Stadt Pforzheim mussten einen qualvollen Flammentod erleiden. Diese prägende Kindheitserinnerung entwickelte bei Mohr-Mayer Toleranz und Pazifismus.

Nach dem Abitur studierte Mohr-Mayer Nationalökonomie an den Universitäten Mainz, Bonn, München und Erlangen wo er sein Studium 1958 mit dem Diplom-Volkswirt abschloss. 1960 promovierte er bei Prof. Stucken zum Dr. rer. pol. Studienaufenthalte in Cambridge und an der Lomonosof Universität in Moskau rundeten seine Ausbildung ab.

Dr. Mohr-Mayer begann seine berufliche Laufbahn als Direktionsassistent in der Stahlindustrie in Düsseldorf, wo er auch seine heutige Frau Heidrun kennen lernte. 1965 übernahm er in dritter Generation den Familienbetrieb, die Schmuckmanufaktur Victor Mayer, in Pforzheim. Den übergang vom “Stahl zum Gold” ebneten Volontariate bei den Juwelieren Asprey in London und Altenloh in Brüssel. (1964)

1965 heiratete der Unternehmer Heidrun Steffen von Ratingen. Aus dieser Ehe gingen drei Söhne hervor: Dr. Marcus Oliver (1967), Dr. Daniel Alexander (1968) und Dipl.-Ing. Christoph Philipp (1972).

Zusammen mit seinem Vetter Hubert Mayer baute Mohr-Mayer die Firma Victor Mayer zu einem international tätigen Unternehmen aus, kaufte nach dessen all zu frühen Tod alle Gesellschaftsanteile auf, fügte seinem Familiennamen den seines Großvaters Victor “MAYER” hinzu, und bewarb sich 1989 um die Lizenz der Marke “FABERGÉ”. Trotz ausgedehnter Auslandsreisen, Dr. Mohr-Mayer stellte jährlich weltweit auf 19 Messen aus und bereiste neben dem europäischen Ausland die USA, Afrika, Russland, den nahen und fernen Osten, blieb ihm noch Zeit für ehrenamtliches Engagement: Sowohl im Schmuckverband als auch im Creditorenverein war Dr. Mohr-Mayer im Vorstand und Beirat tätig. Er gehörte dem Berufsbildungsausschuss der IHK Nordschwarzwald an und nahm über zwei Jahrzehnte hindurch die kaufmännischen Prüfungen der IHK an der Fritz Erler Schule in Pforzheim ab.

Auch künstlerisch debütierte Dr. Mohr-Mayer als Violinist in verschiedenen Orchestern und Quartetts und war mehrere Jahre im Vorstand des Kunst und Kunstgewerbevereines, Pforzheim aktiv. Als Ritter der Schlaraffia Porta Herzyniae lernte er die Symbiose von Kunst und Humor kennen. Legendär sind seine humorvollen Auftritte als Bischof St. Nikolaus bei Weihnachtsfeiern in Kammern und Verbänden.

Dr. Mohr-Mayer litt zeit seines Lebens unter einer Art “Gründungsfieber”. Als Student gründete er den Akademischen Reitclub in Erlangen. Zusammen mit seinem Jugendfreund Hermann Schütz gründete er die Juwel- und später die DELAN –Gruppe, eine Vereinigung deutscher Schmuckhersteller zum Export nach Fernost, insbesondere nach Japan. Er war Mitglied und 1973 Vorsitzender des Juniorenkreises Nordschwarzwald und gründete 1975 dessen Nachfolgeorganisation den “Seniorenkreis der IHK Nordschwarzwald, dessen zweimaliger Vorsitzender er war. 1995 gründete Dr. Mohr-Mayer die “Stiftung Else Mayer” in Bonn, eine sozial tätige Körperschaft, die den Namen seiner Tante trägt.

Die größte Herausforderung im Leben von Herbert Mohr-Mayer war die Revitalisierung der Marke FABERGÉ in der Schmuckbranche ab 1990. Die Weiterführung des Lebenswerkes von FabergÉ bedurfte Sensibilität bezüglich der Design-Philosophie, kunstgeschichtliche Kenntnisse und technisches Können. 1992 wurde Dr. Mohr-Mayer der Titel “Maître de Fabergé” verliehen. Aus dieser Schaffensperiode finden sich FabergÉ-Objekte in vielen Museen der Welt, so z.B. in Moskau, Bonn, Danzig, Vilnius, Malta, Berlin und New Orleans. Fabergé-Stücke zieren die Vitrinen von Königen und Staatsoberhäuptern. Die Arbeit des Werkmeisters von Fabergé ist in vielen Filmen, und in der Literatur dokumentiert und war auch Thema einer Vorlesung an der TU Berlin.

Für sein Lebenswerk erhielt Dr. Mohr-Mayer viele Auszeichnungen und Medaillen von Kammern und Organisationen, sowie die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg. Sieben mal hat er das “Goldene Sportabzeichen” erworben.

2003 zog sich der Unternehmer aus dem aktiven Geschäftsleben zurück und überließ die Geschäfte seinem Sohn Dr. Marcus Oliver Mohr.

Dr. Herbert Mohr-Mayer lebt seit 1998 in Baden-Baden, ist schriftstellerisch tätig, musiziert, malt, reist, studiert und widmet sich zusammen mit seiner Frau Heidrun all den schönen Dingen des Lebens, die ihm während eines langen Berufslebens vorenthalten waren.